Perspektiven für Partner

Marktpotenzial

Während sich der OCT-Markt in der Medizin heute nach wie vor stark auf die Augenheilkunde konzentriert, stehen neuere Anwendungsfelder der nicht- oder minimalinvasiven Medizin noch nicht gleichermaßen im Fokus. Vergleichbare Wettbewerbsstrukturen existieren daher bislang nicht und Anbieter von Systemlösungen außerhalb der Augenheilkunde gibt es nur vereinzelt. Jedoch bewegt sich auf dem Markt eine überschaubare Anzahl kleinerer Unternehmen, die OCT-Komponenten für einzelne Teilgebiete wie Lichtquellen oder andere technische Elemente bereitstellen können.

Ein Großteil der Entwicklungen in diesem Gebiet, abzulesen an der Zahl der erteilten Patente, beschäftigt sich mit der Optimierung der einzelnen OCT-Komponenten. Ein weiterer Teil befasst sich mit einzelnen medizinischen Anwendungen. Systemische Entwicklungen, wie sie durch die Partner in der Forschungsallianz OCT für die Medizin für konkrete Anwendungsfelder erarbeitet werden sollen, werden bisher zumeist noch nicht gezielt angegangen. Für Unternehmen, die in diesem Gebiet tätig werden wollen, besteht also noch ausreichend Spielraum, die eigene Marktposition zu ermitteln und weiter auszubauen.

Lösungen

Noch fehlt es in vielen Anwendungsfeldern vor allem an OCT-Systemen, die genau an die jeweiligen medizinischen Anforderungen angepasst sind. Ein wichtiges Ziel des Netzwerks ist es deshalb, diese Anforderungen durch einen starken Austausch zwischen den verschiedenen Experten aus Klinik, Forschung und Industrie gründlich zu definieren und die geeigneten Systemlösungen dafür zu entwickeln. Hier können die unterschiedlichen Akteure ihre Visionen für die Zukunft der OCT einbringen, um das umfangreiche Anwendungsspektrum der Technologie für die Medizin möglichst vollständig zu erfassen und zu bedienen.

Zwar gilt die OCT-Technologie bereits als der »Goldstandard« in der Ophthalmologie, in anderen Anwendungsgebieten fehlen jedoch oft noch gesicherte Kenntnisse und geeignete Systementwürfe. Der Bedarf an Forschung und Entwicklung ist hier besonders hoch und die erforderlichen Entwicklungen können durch die Teilnahme der vielfältigen Akteure im Forschungsnetzwerk zielgerichtet angegangen werden.

Kompetenzprofil

Der Innovations-Hub FOMed soll dazu dienen, die Lösungsansätze, die im Rahmen eines BMBF-geförderten Projekts erarbeitet wurden, weiter zu verfolgen und bis zur Marktreife zu entwickeln. Das Netzwerk vereint zu diesem Zweck Akteure der OCT-Wertschöpfungskette und aus dem Umfeld der OCT zunächst im nationalen Zusammenschluss der Teilnehmer, steht aber auch international tätigen Partnern offen. Diese setzen sich zusammen aus Unternehmen, klinischen Partnern, Verbänden und weiteren Interessengruppen aus dem Umfeld der optischen Technologien.

Gerade kleinere Unternehmen, die alleine nicht oder nur sehr schwer Komplettlösungen in der im Markt der Medizintechnik geforderten Qualität anbieten können, profitieren durch die Teilnahme am Netzwerk. Die neuen Anwendungen der OCT-Technologie werden damit auch für solche Partner zugänglich, denen diese Marktchancen bisher verschlossen waren. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Netzwerk liegt auf der Systemintegration.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen verfügt über langjährige Erfahrungen und Kompetenzen in der Bildgebung für medizinische Anwendungen. Das Fraunhofer IPT leistet hier einen wichtigen Beitrag, indem es die Arbeiten mit umfassenden Erfahrungen aus der Systemtechnik, beispielsweise zum Optikdesign, zur Highspeed-Signalverarbeitung und aus der Konstruktion unterschiedlicher OCT-Modi wie time-domain, spectral domain oder swept source unterstützt.