Innovationsfeld OCT

Die Optische Kohärenztomographie (OCT) ist eine Bildgebungstechnologie, mit der sich Strukturen streuender Materialien visualisieren lassen. Das Verfahren eignet sich vor allem für die Untersuchung organischen Gewebes.

Bei der OCT sind folgende Eigenschaften von Vorteil:

  • nicht-invasiv
  • hochauflösend im Mikrometerbereich
  • keine Strahlungsbelastung
  • Untersuchung in Echtzeit

Das Verfahren basiert auf kurzkohärenter Interferometrie mit infrarotem Licht und erreicht Eindringtiefen im Gewebe von mehreren Millimetern bei einem Auflösungsvermögen von wenigen Mikrometern. Damit positioniert sich OCT in der Auflösungslücke zwischen Mikroskopie und CT/MRT/Ultraschall.

Aktuelle OCT-Systeme basieren auf faseroptischen Konzepten, die ein hohes Potenzial zur Miniaturisierung aufweisen. Anwendungsfelder in der minimalinvasiven Medizin sind bislang noch nicht erschlossen, können jedoch über entsprechende Anpassungen der Systeme eröffnet werden.

Da der effektive Einsatz der OCT-Technologie in hohem Maße von den Absorptionseigenschaften des jeweiligen Gewebes abhängig ist, sind Anpassungen des Systemdesigns erforderlich. Die OCT ist also keine »Universal-Technologie«, die für alle denkbaren Einsatzgebiete gleichermaßen verwendet werden kann, sondern ist ausdrücklich für die jeweilige Anwendung auszulegen.

»Die OCT in der minimal-invasiven Chirurgie und der Endoskopie hat das Potenzial, die peroperative Entnahme von Gewebeproben zu verbessern. Sie eröffnet die Möglichkeit, das Gewebe bereits in-vivo in Zellauflösung zu analysieren. So kann das medizinische Fachpersonal im Operationssaal noch vor der Biopsie erkennen, ob eine Gewebeprobe repräsentativ ist, d.h. typische Veränderungen zeigt.«

PD Dr. med Dirk Wilhelm
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München